Vertrau mir, Bruder

Aus dem Original „Trust Me, Bro“ von Allen Farrington, erschienen am 16. Juni 2023auf seiner Medium Seite. Übersetzt von Ghost of Bitboxer, Lektorat durchJuniormind.


Treuhandfonds, ETFs und trojanische Pferde

Ein altkluges Kind hat mich einmal gefragt: „Allen, bereust du es jemals, dass du den Nischenmarkt für Bitcoin/Kryptowährungen auf Twitter mit Shitposts über die genaue rechtliche, finanzielle und ethische Natur von ‚Wertpapieren‘ besetzt hast, um gleichzeitig ‚Nur die Starken überleben‘ anzupreisen und als der möglicherweise einzige öffentliche Verfechter von Liquid zu agieren? Du hättest das alles stückchenweise an Preston Byrne, Adam Back und Lisa Neigut auslagern können. Hast du überhaupt einen positiven Nettobeitrag geleistet? Bist du mit deinen Entscheidungen zufrieden? Bist du mit deinem Leben zufrieden?

Ja“, sagte ich und stieg von meinem Hengst ab, „und außerdem, wenn du mir nicht glaubst oder es nicht verstehst, habe ich keine Zeit, dich zu überzeugen, tut mir leid.

Dieses Kind wuchs zu Satoshi Nakamoto heran, und am 15. Juni 2023 reichte BlackRock bei der SEC den Antrag ein, einen Bitcoin Shmoogleblop zu starten.

Setz Dich zu mir und ich werde dir eine Geschichte erzählen.

Wertpapierrecht, Baby

Foto von Dylan Calluy, via Unsplash

Was die meisten Kommentatoren zu diesem Thema zu verwirren scheint, ist die Tatsache, dass viele große, etablierte, angesehene und unumstrittene ETF’s als Treuhandfonds strukturiert sind, und zwar in der gleichen Weise, wie es für den BlackRock Shmooplebob vorgeschlagen wird, z. B. GLD, der ~ 60 Mrd. US-Dollar schwere SPDR Gold MiniShares Trust, um ihn beim richtigen Namen zu nennen. Was bedeutet das? Schließen sich diese Konzepte nicht doch gegenseitig aus? Können ETFs Treuhandfonds sein und umgekehrt?

Die super-duper pedantische Antwort lautet: Nein, ein „Treuhandfond“ und ein „Fonds“ sind nicht dasselbe. GLD ist jedoch ein perfektes Beispiel für einen börsengehandelten Treuhandfonds, dessen Mechanismen denen von „echten“ Fonds sehr, sehr ähnlich sind („40 Gesetz“ – Börsengehandelte Produkte, die weiter unten vorgestellt werden). Daher ist der Gedanke, dass „ETFs Treuhandfonds sein können“, in der Praxis so zutreffend, dass es sich lohnt, ihn zu erklären, anstatt ihn auf der Grundlage von Definitionen zu verwerfen.

In den USA wird in der Regel davon ausgegangen, dass jedes gemeinschaftliche Anlageinstrument den Anforderungen des Gesetzes über Kapitalanlagegesellschaften von 1940 (im Folgenden „40 Gesetz“) unterliegt, es sei denn, die Manager können glaubhaft darlegen, dass es ausdrücklich davon ausgenommen ist. Ich werde hier nicht alle möglichen Begründungen aufzählen, aber es gibt im Wesentlichen vier gute Gründe dafür, dass sich viele Investmentgesellschaften stattdessen für das Wertpapiergesetz von 1933 („33 Gesetz“, dito) entscheiden können. Bei all diesen Überlegungen sollte man bedenken, dass 40 Gesetz-Vehikel viel stärker reguliert sind als 33 Gesetz, und wenn du also einen plausiblen Grund finden kannst, dich für Letzteres zu entscheiden, dann machst Du das auch.

  1. Steuern: Treuhandfonds sind bei Kapitalflüssen stark benachteiligt. Es ist etwas komplizierter, aber kurz gesagt, wenn es Einkünfte aus den im Treuhandfond gehaltenen Vermögenswerten gibt (Dividenden, Zinsen, Mietzahlungen, Liquidationen, möglicherweise etwas Exotischeres), führt dies zu einer äußerst unbequemen Steuerpflicht für die Begünstigten, da sie nicht als Unternehmenseinkünfte besteuert werden, wie man es von einem „Investitionsvehikel“ erwarten könnte, und dies ist bei einem Fonds/40 Gesetz der Fall.
  2. Ausgabe und Rücknahme: Bei einem Fonds/40 Gesetz, der ebenfalls offen und nicht geschlossen ist, ist der Verwalter rechtlich gezwungen, Anteile zum Nettoinventarwert („NAV“ – der Gesamtwert, zu dem die zugrunde liegenden Vermögenswerte einzeln verkauft werden) auszugeben und zurückzunehmen – und zwar nicht an die Öffentlichkeit, sondern an einen Intermediär, der als „zugelassener Teilnehmer“ bezeichnet wird, worauf ich gleich näher eingehen werde. Bei einem Teuhandfond/33 Gesetz ist der Verwalter zu nichts derartigem verpflichtet.
Oh Scheiße, ich habe es tatsächlich gelesen

3. Diversifizierung: 40 Gesetz/Fonds setzen aufgrund ihres Zwecks so gut wie immer eine Diversifizierung voraus, während 33 Gesetz/Treuhandfonds dies in der Regel nicht zulassen (auch hier ist die Sache komplexer, aber das ist das Wesentliche)

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4. Eigentum: Bei einem Fonds/40-Gesetz besitzen die Inhaber Anteile an der Gesellschaft und sind gemeinsam mit dem Verwalter in einem Anlageverwaltungsvertrag engagiert. Bei einer Treuhandgesellschaft/33 Gesetz besitzt der Inhaber die zugrunde liegenden Vermögenswerte, und der Verwalter ist der Treuhänder.

So weit, so unglaublich geheimnisvoll.

Warum ist GLD also ein Treuhandfond?

Weil:

  1. nur ein Vermögenswert ohne Rendite gehalten wird, sodass es keine steuerlichen Bedenken gibt;
  2. es unmöglich ist, sich zu einer kontinuierlichen Ausgabe und Rücknahme zu verpflichten, da der Basiswert kein Wertpapier ist, das auf dem offenen Markt gekauft werden kann. Die Lieferung in beide Richtungen muss physisch erfolgen, was Zeit, Geld und Logistik erfordert und im Ermessen des Verwalters liegen muss, damit das Vehikel überhaupt mechanisch lebensfähig ist; und
  3.  es definitionsgemäß überhaupt nicht diversifiziert ist  (Punkt 4 ist noch nicht relevant, aber wir werden darauf zurückkommen).

Diese Details erklären auch, warum viele Rohstoff-„ETFs“ technisch gesehen Treuhandfonds sind, nicht nur der GLD. Wenn der Verwalter mit dem Ausgabe- und Rücknahmeverfahren gut zurechtkommt (was wahrscheinlich eine Funktion: i) der Börsenqualitäten des zugrunde liegenden Rohstoffs undii) der Größe des Vehikels und damit seines Betriebsbudgets ist),

kann er sich redlich bemühen, die Gewährung und Rücknahme so vorzunehmen, als ob es sich um einen ETF handeln würde. Technisch gesehen sind sie es also nicht, aber die Behauptung, sie seien es, ist in der Praxis oft genug zutreffend. Ein letzter Punkt ist, dass das Wort „Fonds“ umgangssprachlich oft für so etwas wie „ein allgemeines Anlageinstrument“ verwendet wird, was zu der Annahme einlädt, dass es als Adjektiv an „börsengehandelt“ angehängt werden kann, obwohl der vollständige Ausdruck „börsengehandelter Fonds“ die soeben behandelte eher technische Bedeutung hat.

Ich gebe zu, dass dies alles nicht wirklich eine große Sache ist, es sei denn, man liefert genau die vorliegende Art von nervig pedantischer Analyse.

Ich möchte auch schnell klarstellen, dass mir GBTC völlig egal ist. Ja, es ist scheiße. Ja, es ist ein Treuhandfond. Ist dies besser? Vielleicht, aber „nicht GBTC“ ist nicht gleichbedeutend mit „gut“.

Und was ist mit dem BlackRock Shmurdlebloop? Wie pedantisch müssen wir sein? Nun, Anon, wie sehr kümmert dich das?

Interessiert dich das?

Ob es dich interessiert oder nicht, hängt wahrscheinlich von deinem Blickwinkel ab. Einem potenziellen Inhaber von Anteilen an diesem Instrument ist es wahrscheinlich völlig egal. Das Gleiche gilt für die umgebende Infrastruktur in tradfi. Um noch einmal auf den offensichtlichen Vergleich mit GLD zurückzukommen: Die meisten Inhaber haben sich wahrscheinlich noch nie Gedanken über die genaue rechtliche Struktur der ausgebenden Stelle (Anm. der Übersetzer: “Fondsgesellschaft”)  gemacht oder darüber, warum diese besser, schlechter oder in irgendeiner Weise anders ist als eine andere:

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Aber lass mich deine Aufmerksamkeit wieder auf Punkt 2 lenken: Die Verwalter dieses 33 Gesetz Vehikels müssen nicht zurücknehmen. Wie sieht es jetzt aus, Anon? Hast du dich eingeschissen? Nein? Was ist mit Punkt 4? Ist es dir egal, ob du Fondsanteile oder die zugrunde liegenden Vermögenswerte besitzt? ANTWORTE MIR, ANON! HABE ICH ENDLICH DEINE AUFMERKSAMKEIT?

Kommen wir noch einmal auf dieses seltsame Detail des „zugelassenen Teilnehmers“ zurück. Was hat es damit auf sich?

Die Öffentlichkeit erwirbt börsengehandelte Fonds oder börsenähnliche Treuhandfonds nicht direkt beim Emittenten. Eine Gruppe von Intermediären, die sogenannten zugelassenen Teilnehmer, hat das Recht, Anteile an dem Vehikel sowohl zu erschaffen als auch zu tilgen, indem sie die zugrunde liegenden Vermögenswerte auf dem offenen Markt kauft/verkauft und sie entweder dem Emittenten gegen Anteile überlässt oder Anteile im Austausch für die zugrunde liegenden Vermögenswerte gibt, um sie dann wieder zu verkaufen. Alle anderen kaufen auf dem Sekundärmarkt von zugelassenen Teilnehmern oder untereinander.

Die Anreize, die dies alles in Gang halten, bestehen darin, dass die zugelassenen Teilnehmer einen Arbitragegewinn aus der oben genannten Vereinbarung erzielen können, wenn der Sekundärmarktpreis überhaupt stark vom Nettoinventarwert abweicht. Daher sollte ihre Beteiligung den Sekundärmarktpreis nahe am Nettoinventarwert halten, was für die Preisfindung nützlich ist – oder besser gesagt, um eine schräge, ungenaue Preisfindung zu vermeiden, die auf die Umstände der Teilnehmer zurückzuführen ist und nichts mit den zugrunde liegenden Vermögenswerten zu tun hat.

Um also auf Punkt 2 zurückzukommen: Bei einem 40 Gesetz ist der Manager gezwungen, gemäß den Bestimmungen seiner SEC-Verordnung zu emittieren und zurückzunehmen. Bei einem 33 Gesetz sind sie das nicht. Dies mag für sich genommen bizarr erscheinen, aber wenn wir Punkt 4 und den Hinweis, dass 40 Gesetz stärker reguliert sind als 33 Gesetz, hinzuziehen, wird alles klarer:

Bei einem Fonds nach dem 40 Gesetz ist der Manager an seine Vereinbarung über die Anlageverwaltung gebunden. Dies ist von komplexerer Bedeutung, wenn der Fonds aktiv verwaltet wird, aber für einen passiven Fonds (d. h. einen „Index“, wie alles, was bisher besprochen wurde) sind das Mandat und die Beschränkungen der Vereinbarung über die Anlageverwaltung sehr einfach: Nachbildung des Preises des Basiswerts, brutto ohne Gebühren. Wenn der Manager es versäumt, einen massiven Abschlag zum Nettoinventarwert zu korrigieren, liegt ein Verstoß vor. Es sei daran erinnert, dass für die zugelassenen Teilnehmer ohnehin ein starker Anreiz besteht, dies zu tun, d. h. der Verwalter muss sich nicht einmal wirklich anstrengen. Er muss nur nicht inkompetent oder widerspenstig sein.

Um es ganz klar zu sagen: Der Eigentümer eines passiven Fondsanteils ist vertraglich mit dem Fondsmanager verpflichtet, über die zugelassenen Teilnehmer eine Ausgabe- und Rücknahmemöglichkeit zu erhalten, die den Wert der zugrunde liegenden Vermögenswerte abbildet. Das ist es, was das Eigentum an diesem Vermögenswert bedeutet.

Andererseits besitzt der Eigentümer eines passiven Treuhandfonds den zugrunde liegenden Vermögenswert. Er besitzt ihn buchstäblich direkt. Daher spielt es keine Rolle, ob der Verwalter ein Arschloch ist und nicht mit den zugelassenen Teilnehmern zusammenarbeitet, da die Eigentümer rechtlich nicht betroffen sind. Sie haben kein Recht auf einen Gegenwert, sondern ein Recht auf die Vermögenswerte, und wenn der Verwalter und der Treuhandfonds nur herumsitzen und nichts tun, werden ihre Rechte nicht beeinträchtigt.

ABER: Sie haben nicht das Recht auf physische Einlösung. Nur autorisierte Teilnehmer haben dieses Recht, und selbst dann nur nach dem Ermessen des Verwalters. Bevor ich darauf eingehe, warum das in unserem Fall wirklich schrecklich ist, sollte man sich darüber im Klaren sein, dass, selbst wenn es sich um einen echten ETF handeln würde, die regulären Inhaber nicht in der Lage wären, Bitcoin einzulösen. So funktioniert das einfach nicht, auch nicht bei regulären ETFs und regulären Rohstoffen.

Für die meisten (wenn nicht sogar für alle) Treuhandgesellschaften wäre die Verweigerung der Rücknahme immer noch ein äußerst dummes Verhalten. Der Verwalter verdient sein Geld mit einer Verwaltungsgebühr, d. h. je mehr Vermögenswerte er verwaltet, desto mehr Geld verdient er. Wenn auch nur der Versuch unternommen würde, würden die oben genannten Machenschaften sofort öffentlich bekannt werden, der Ruf des Verwalters wäre ruiniert, und es würden keine neuen Vermögenswerte mehr zufließen. Worüber rege ich mich also so auf?

Dieses Mal ist alles anders?

Foto von Adrik Langfield, via Unsplash

Schau, vielleicht sind BlackRock total nette Kerle und wollen nur die Einführung von Bitcoin unterstützen, zunächst im Inland, aber schließlich auch im globalen Süden? Vielleicht haben wir ihnen die Orange-Pille verabreicht? Vielleicht war es Bitcoin Is Venice, das sie überzeugt hat?

Vielleicht bin ich einfach nur paranoid? Das ist nicht ganz sarkastisch; BlackRock ist schließlich ein Vermögensverwalter, und Bitcoin ist ein wertvolles Gut. Aber selbst das ist kein großer Trost, wenn man bedenkt, dass der ganze Zweck von BlackRock darin besteht, ein Problem schlecht zu lösen, das Bitcoin gut löst. Auch wenn es eher stümperhaft als verschwörerisch ist, liegt der „Erfolg“ von Bitcoin nicht im Interesse von BlackRock.

Ich werde also, wenn auch nur um des Argumentes willen, genau darlegen, was BlackRock meiner Meinung nach versuchen wird, und du kannst dich in 10 Jahren bei mir bedanken, wenn es an dem scheitert, was ich danach als Gegenmaßnahme vorschlage.

Erstens, wenn er genehmigt wird, ist es garantiert, dass er eine „metrische Scheiß-Tonne“ (Finanzjargon) oder sehr große Menge an Zuflüssen anziehen wird. Das wird den Bitcoin-Kurs sowohl kurz- als auch mittelfristig deutlich in die Höhe katapultieren. Das ist der Grund, warum all die Bitcoiner mit hoher Zeitpräferenz glücklich sind. NgU bro! Vertrau mir, Bruder!

Zweitens wird BlackRock um Größenordnungen der größte Kunde von Coinbase sein, sodass Coinbase in jeder Hinsicht zu einer Tochtergesellschaft wird. Kein alternativer „ETF“ (ob real oder nicht) wird Coinbase nutzen können. Sie werden Binance verwenden müssen LOLOLOLOL – nur Spaß, sie werden einfach nicht in der Lage sein, überhaupt zu starten. Offensichtlich bringt uns das zurück zu Punkt 1.

Drittens: Erwarte einen Ansturm von FUD in tradfi (leider nicht auf Twitter) über „markierte Münzen“, sodass selbst die Idee eines physisch einlösbaren Spot-Bitcoin völlig jenseits des Möglichen ist. Keine der „Begründungen“ wird irgendeinen verdammten Sinn ergeben, aber das wird auch keine Rolle spielen. Erinnern Sie sich an „Blockchain statt Bitcoin“? Erinnern Sie sich an „Erdbeeren auf der Blockchain“?

Ja, Baby, es ist wieder Hochsaison. BlackRocks neuartige Einbeziehung der Marktüberwachung wird der SEC als bequemer Hebel dienen, um sich wieder einmal gegen alle anderen zu wenden:

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Natürlich wird dies alles auf die oben genannten Punkte 1 und 2 zurückzuführen zu sein.

Viertens: Erwarte, dass die SEC DAS SOWAS VON AUFGREIFT. Die UTXOs im BlackRock Stack O’Sats™ werden der Definition nach „sauber“ sein. Münzen, die sich noch nicht darin befinden („Precoins“, wenn Sie so wollen), werden verdächtig sein, können aber gerettet werden. Münzen, die diesen sicheren Raum jemals verlassen haben („nocoins“), werden auf die schwarze Liste gesetzt. Warum versuchst du, deine Münzen zu verschieben, Anon? Bist du etwa ein Geldwäscher oder so? Was ist falsch an unseren Schuldscheinen? Auch dies unterstreicht alles andere.

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Apropos, fünftens: Erwarte, dass BlackRock sich auf der Stelle umdreht und dies den Banken anbietet, insbesondere den Großbanken, sodass zum Beispiel JPMorgan selbst umfällt und seinen eigenen Kunden „Bitcoin“ anbietet. Natürlich wird es sich dabei um einen Schuldschein für den BlackRock Stack O’Sats™ handeln, den du nach Belieben auf das Bitcoin-Schuldscheinkonto deines Freundes bei der Bank of America überweisen kannst. Mit anderen Worten, in kurzer Zeit wird die gesamte Vermögensbasis der Blue Banks zu einem Trichter hinein in die Matrix des Narratives eines Pseudo-Bitcoin-Angriffsvektors (2h 42m 5s, falls der Zeitstempel nicht funktioniert):

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Sechstens: Aufgrund all der vorangegangenen Punkte ist zu erwarten, dass BlackRock und Coinbase die Handelsströme dominieren und somit die Preisgestaltung effektiv kontrollieren werden.

Siebtens hat BlackRock in einem Schritt, der mich an ihrem konspirativen Talent  zweifeln lässt, beschlossen, offen zuzugeben, dass sie möglicherweise ein New York Abkommen 2.0 abschließen müssen/wollen/werden:

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Bevor du lachst, und selbst wenn du bedenkst, dass diese Art von „Hard-Fork-Risiko“-Sprache in ähnlichen Anträgen Standard zu sein scheint, bedenke die Auswirkungen aller vorherigen Punkte auf die Punkte 1 und 6 im Besonderen: Eine verdammte große Menge Bitcoin, mit der Kontrolle darüber, wie dieser Bitcoin bepreist wird, kann eine verdammte große Menge bösartiger wirtschaftlicher Anreize schaffen, insbesondere mit „keiner Garantie, dass der Sponsor den digitalen Vermögenswert wählen wird, der letztendlich die wertvollste Abspaltung ist“. Der Erfolg mag nicht garantiert sein, aber ein gewisses Maß an Bösartigkeit scheint es zu sein.

Achtens (und wahrscheinlich nicht einmal „abschließend“, aber ich habe eine Menge aufgezählt und möchte weiterkommen), selbst wenn es einer mutigen Seele gelingt, diese Welle von propagandistischem Blödsinn zu überstehen, wird BlackRock einfach keine Anteile mehr zurücknehmen, WEGEN DEM WERTPAPIERRECHT (siehe oben, Abschnitte alles durch alles andere). Sie werden auf dem Sekundärmarkt von jedem Anteile zurückkaufen, der versucht, die Papiere tatsächlich einzulösen, und ihr Stack O’Sats™ wird wachsen und wachsen, bis ein New York Abkommen 2.0 einen Versuch wert zu sein scheint.

Es tut mir leid, dir das sagen zu müssen, aber dieser letzte Punkt ist wirklich entscheidend. Wäre es ein echter börsengehandelter Fonds, würde die Verweigerung der Rücknahme sofort Klagen auslösen. Wenn also einer der Punkte eins bis sieben in einer Weise in Kraft treten würde, die für die Aktionäre nachteilig wäre, würden sie verkaufen („autorisierte Teilnehmer-Mechanik“ in Bezug auf den Nettoinventarwert und alles andere) und einen Weg finden, echte Bitcoin oder zumindest etwas Besseres als diesen zu kaufen, was bedeutet, dass BlackRock seine Stack O’Sats™ verkaufen müsste, um die Rücknahmen zu erfüllen. Aber es ist klar, dass BlackRock bei dieser Konstellation – WEIL ES KEIN FONDS IST – einfach nein sagen kann.

Welche Richtung, Anon?

Foto von Pexels, via Pixabay

Zunächst möchte ich einer Kritik an diesem gesamten Beitrag und meinen Twitter-Aktivitäten am Schwarzen Donnerstag zuvorkommen: dass die Frage „ETF oder nicht“ ein MacGuffin ist. Und ich denke, das ist tatsächlich richtig. Es stimmt. Aber darum geht es weder in diesem Beitrag noch bei meiner Frustration.

Ich bin frustriert, denn wenn du den Unterschied kennst, wenn du etwas von Wertpapierrecht verstehst, und wenn du siehst, dass BlackRock einen 33 Gesetz Treuhandfonds anmeldet, den alle als „Spot ETF“ bezeichnen, dann solltest du nicht jubeln, sondern misstrauisch sein! MacGuffins sind keine Ungereimtheiten. Sie bringen zumindest die Geschichte in Gang, und du steckst gerade mitten in der Geschichte, Anon, glaub mir …

Wie auch immer, lass uns versuchen, mit einer positiven Bemerkung zu enden. Eine Sache, auf die man sofort hinweisen sollte, ist, dass es Bitcoin nicht schert. Dieser ganze Müll wird auf lange Sicht scheitern. Wie kürzlich ebenfalls festgestellt wurde, verlieren die USA nicht nur an finanziellem Prestige, sondern auch an finanzieller Macht, um zu verhindern, dass (originär digitale) Innovationen einfach woanders hingehen:

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Aber wie mein Kumpel Keynes weiß, sind wir langfristig alle tot, also ist es immer noch wert, darauf hinzuweisen, dass es viele Bitcoiner kümmern wird, falls BlackRock damit durchkommt.
Es ist auch erwähnenswert, dass „Selbstverwahrung“ keine Lösung ist. Es tut mir leid, wenn dich das auch stört, aber die Vorstellung, dass die Selbstverwahrung für buchstäblich jeden mit irgendeiner treuhänderischen Verantwortung (Finanzjargon … nein, wirklich) überhaupt machbar ist, geschweige denn für eine Bank, einen Investmentfonds oder ein öffentliches Unternehmen, ist lächerlich. Es sagt nur aus, dass du keinerlei Erfahrung mit Finanzdienstleistungen oder irgendeiner Art von Handel hast, der über den Freundes- und Familienkreis hinausgeht.

Obi Nwosu hat eine großartige Anekdote, um dies auf einer noch einfacheren und persönlicheren Ebene zu veranschaulichen, als es für das Verständnis des viel komplexeren Umfelds der Unternehmensfinanzierung erforderlich ist (5 m 10 s, falls der Zeitstempel nicht funktioniert):

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Wenn wir wollen, dass „die Institutionen“ zu Bitcoin „kommen“ (und hey, vielleicht wollen wir das nicht?), brauchen wir bessere Lösungen für die Verwahrung und bessere Rechts- und Prüfsysteme für diese Lösungen, idealerweise unter Verwendung von kryptografischen Bescheinigungen statt … nun ja … Vertrauen.

Dies ist natürlich die Marktlücke, die BlackRock hier angeblich zu füllen versucht, in der nicht-paranoiden Lesart. Wenn die Milliarden von möglichen Kunden einfach zu Coinbase (oder Coinkite 🤪) gehen könnten, würden sie es tun. Aber das können sie nicht, also warten sie auf einen ETF, ob real oder nicht.

Wenn ich wirklich nur paranoid bin, dann wird dies alles nur ein Sprungbrett auf dem Weg zu immer besseren Verwahrungspraktiken sein. Oder wenn meine Paranoia zutrifft, aber die Menschen aufwachen und sie überflügeln, können wir diese Praktiken schaffen und fördern, bevor es zu spät ist.

Abgesehen davon, dass das Gejammer über das Wertpapierrecht und BlackRock nichts bringt, denke ich, dass die eigentliche „Lektion“ dieses Artikels die folgende ist:

Das Gegenteil von guter Fremdverwahrung ist nicht Selbstverwahrung, sondern überhaupt keine Verwahrung, daher BlackRock.

Oder,

Werde nicht wütend, sondern wehr dich.

Dass Obi die obige Geschichte erzählt, ist kein Zufall, denn Fedi bietet möglicherweise eine solche technische Lösung oder zumindest ein Werkzeug, mit dem sich entsprechende Lösungen entwickeln lassen. OP_VAULT ist wahrscheinlich eine weitere, die längerfristig angelegt ist.

Das kollaborative Verwahrungsmodell von Unchained ist eindeutig eine grundlegende kommerzielle Alternative zu BlackRock, und daher wird das, was OnRamp und AnchorWatch auf der Grundlage der Arbeit von Unchained auf den Markt bringen, wahrscheinlich ebenfalls entscheidend sein. Die Entscheidung, anderen überhaupt zu vertrauen, erfordert ebenfalls praktikable Nachweise für Reserven und Nachweise für Verbindlichkeiten. Zu diesem Zweck wird es viele weitere Innovationen geben, an die ich nicht gedacht habe, die mir nicht bekannt sind oder die noch nicht erfunden worden sind.

Abgesehen von den technischen Aspekten suchen wir nach einem Weg zur Verwahrung durch Dritte, der eine möglichst breite Basis für den Besitz von Vermögenswerten ermöglicht, aber das verhindert, was BlackRock meiner Meinung nach plant: ein schwarzes Loch, aus dem die Sats nie wieder herauskommen werden.

Wäre dies ein echter ETF, gäbe es zumindest eine rechtliche Möglichkeit, dies zu verhindern, und das wäre sicherlich ein guter Anfang, aber technische Mittel sind noch besser. Ich würde sogar so weit gehen zu sagen, dass ich im Laufe des Schreibens dieses Beitrags zu der Überzeugung gelangt bin, dass eine nicht-Selbstverwahrung mit der technischen Möglichkeit der onchain-Rücknahme der heilige Gral der Massenakzeptanz sein könnte – das heißt, definiert als weit verbreitete Souveränität über UTXOs, nicht über den Preis von positiv gelisteten Papier-Bitcoin.

Was nicht zur Massenakzeptanz führen wird, sind schwachsinnige Pseudo-ETFs, die den Weg für Bitcoin Uncle Sams Vision ebnen. Und was der Massenakzeptanz aktiv schaden wird, sind finanziell ungebildete Bitcoiner, die die SEC bejubeln und für sich für BlackRock zum Deppen machen.

Wenn Larry Fink einen Bitcoin Shmoodle Plonk verteilt und sagt: „Vertrau mir, Bruder“, dann vertraue nicht.

Überprüfe.

Dank an Steven Lubka und Nic Carter für Bearbeitungen und Beiträge.

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Dies ist ein Gastbeitrag/Beitrag von Allen Farrington auf seiner Medium Seite. Die geäußerten Meinungen sind ausschließlich seine eigenen und spiegeln nicht notwendigerweise die von Aprycot Media wider.

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